08 April 2007
Vegas to Yosemite
Heute endlich sind wir nach zwei Tagen und 645 Meilen (1.038 km) von Las Vegas aus am Yosemite National Park angekommen. Der Grund für diese extrem weite Strecke waren die drei gesperrten Pässe die durch den National Park führen. Wir mussten also einen Umweg fahren.

Trotz alledem waren die Landschaften, die wir auf diesem Weg durchstreiften, wirklich unglaublich. Ich habe so etwas noch nie gesehen - auch nicht im Fernsehen. Erst hier merkt man, was wirklich Weite und vor allem Freiheit bedeutet, wenn man fährt und fährt und der einzige Mensch weit und breit ist. Vor allem da Las Vegas und L.A., wiederum der totale Gegensatz dazu, gar nicht so weit entfernt sind, macht es diese Gegend einfach einzigartig. Mich hat dieses Land jedenfalls bisher sehr beeindruckt.

Morgen werden wir also eine kurze Besichtigung des Yosemite Parks vornehmen, für einen längeren Aufenthalt ist die Zeit zu knapp. Abends geht es dann nach San Francisco.

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klicken zum Vergrößern - 645 Meilen: Vegas > Yosemite


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Golden Gate + Premium Outlet Center
Von Williams aus machten wir uns auf den Weg Richtung Yosemite National Park und von dort aus sollte es dann nach San Francisco weitergehen. Zunächst kamen wir aber wieder in Las Vegas vorbei wo wir dieses Mal in Downtown halt machten. Auf der Suche nach einem Motel wurde uns schnell klar, was ich auch zuvor gelesen hatte, dass man hier etwas aufpassen muss. Hier und da waren etwas zwielichtig aussehende Gestalten und viele Obdachlose zu sehen, was am Strip von Vegas gar nicht der Fall war.
Dennoch mussten wir die berühmte Golden Gate Passage anschauen mit dem größten "Flatscreen" der Welt (MOV00205.MPG), der sich gebogen über der Passage befindet. Unser Geld haben wir zuvor noch im Premium Outlet Center für Klamotten und Schuhe verprasst. Die Verlockung hier mehr und mehr Geld zu lassen fand ich sehr viel schlimmer als im Casino, was mich völlig kalt gelassen hat.

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Das Angebot: $10.000
Mitten im staubigen Nichts von Arizona machten wir an einem Schrottplatz halt, um eine Aufnahme von einer Eisenbahn zu machen die dort total unwirklich herum stand. Plötzlich tauchten zwei völlig verdreckte Jungs (vlt. 18J.) auf und kamen direkt auf uns zu. Ich packte schnell die Kamera weg und dann meinten sie auch schon, ob wir die Eisenbahn für "Ten Grand" ($10.000) kaufen wollen. Wir lehnten das tolle Angebot ab und machten uns schnell wieder ins Auto und auf die Straße. Es ist unglaublich wie Menschen dort mitten im Nichts, Kilometer weit entfernt von Zivilisation und vor allem Wasser in ihrem Trailer leben können.
kleine Planänderung
Der eigentlich Trip sollte uns anschließend nach Flagstaff führen. Da wir aber schon etwas hinter unserem Plan her hinkten, entschieden wir, auch meines Bruders William wegen, in dem kleinen Ort "Williams" zu übernachten. In einer Bar wollten wir dann ein wenig Kontakt mit den Einheimischen aufnehmen, was aber nicht so recht klappte, stattdessen lernten wir zwei Franzosen, die auch auf der Durchreise waren, kennen. (Bourbon Coke $3,50)
Grand Canyon National Park
Viel zu sagen gibt es hier nicht, der Blick auf den 270 Meilen langen Grand Canyon ist einfach umwerfend. Gern wäre ich auch hinunter bis zum Colorado River gewandert, aber dafür muss man einfach ein paar Tage mehr einplanen. Im Prinzip könnte man hier richtig Urlaub machen, da das Besucher Zentrum, kleine Hütten die man mieten kann und viele Freizeitakivitäten rund um den Grand Canyon dazu einladen.

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Zu schnell gefahren, war ja klar...
Gerade hat es uns erwischt, Silvio hatte über 100 Meilen pro Stunde, bei nur 75 erlaubten drauf. Den Polizeiwagen haben wir noch hinter einem Busch versteckt gesehen, aber da war es schon zu spät. Wir fuhren langsam weiter, aber es war keine Polizei zu sehen. Plötzlich tauchte ein Wagen mit Blaulicht und tierisch hoher Geschwindigkeit auf und verfolgte uns. Silvio blinkte gleich und fuhr rechts ran. Dann warteten wir, Silvio mit den Händen auf dem Lenkrad. Der Cop schaute bei mir (Beifahrer) herein und meinte, dass wir 101 Meilen drauf hatten und in Arizona das Knast bedeutet, er meinte aber auch gleich, dass das nicht passieren wird und so kostete der Spaß nur $555.

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Auf dem Weg zum Grand Canyon National Park
Heute Morgen, aufgewacht im ARIZONA INN, beschlossen wir erst einmal ein Frühstück in einem typischen Diner an der Straße einzunehmen. Scrambled Eggs, Bacon und Hot Cake (sehr trocken) für $3,95 waren das gefundene (Fr-)Essen. Alte Amis mit Basecap, genau wie man sich das so vorstellt, saßen um uns herum. Dann ging es ab auf die Straße mit dem 169 Meilen entfernten Grand Canyon als Ziel.

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Eine Tortur für $75
Auf dem Weg zum Skywalk am Eagle Point liegt der Hoover Dam an der Grenze zwischen Nevada und Arizona.

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Um zum Skywalk zu gelangen mussten wir eine regelrechte Tortur auf uns nehmen. Die letzte Straße auf dem Weg zum Skywalk, die "Diamond Road", hat ihren Namen offensichtlich von der steinigen Piste auf der man nur 20-30km/h fahren kann und das für ungefähr eine Stunde - eine sehr strapazierende Aktion für Auto und Mensch. Am Skywalk angekommen hatten wir die Wahl wieder zurückzufahren oder $75 für das Sky Package, was den Skywalk beinhaltet, zu bezahlen. Der Witz an der Sache ist, dass man an den Skywalk mit dem Auto nicht herankommt, sondern der Veranstalter Busse dafür bereit stellt, für die man eines der Packages kaufen muss. Das Standard Package für $50 beinhaltet den Skywalk nicht, nur das $25 teurere Sky Package. Das sind dann auch wohl die $25 von denen in den Medien gesprochen wurde, toll. Glücklicherweise gab es vom Guano Point eine sehr beeindruckende Aussicht und kaltes Hähnchen von Indianern serviert - das ganze für $75.

Der Skywalk an sich war natürlich atemberaubend, aber Angesichts der vielen unschönen Aspekte fraglich. Fotos durften nicht gemacht werden, also habe ich nur ein ganz kurzes Video gemacht:
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"Viva Las Vegas"
Vegas ist unglaublich - riesig, laut und natürlich künstlich, aber das merkt man nicht so sehr, weil man meistens einfach mit offenem Mund da steht.

Unser Zuhause war für zwei Nächte das LUXOR Hotel & Casino (obwohl jedes große Hotel ein Casino beinhaltet). In Form einer Pyramide, jedoch völlig aus Glas, ist es das spektakulärste Hotel und wirkt von drinnen doppelt so groß, da man von unten bis hoch an die Decke der Pyramide schauen kann und von der sich herab die einzelnen Stockwerke mit den Zimmern befinden, unglaublich. Die Orientierung hier zu verlieren ist keine Kunst, unzählige Automaten, 2x Starbucks, Steakhouse, Theater und einem Büfett-Restaurant unter dem Hotel (und natürlich die obligatorische Pool-Landschaft) machen es zu einer eigenen kleinen Stadt, die man eigentlich nicht verlassen braucht - das ganze für 70 €/Nacht für ein Doppelzimmer.

Stratosphere Tower:
Der höchste Punkt von Vegas bietet eine Atemberaubende Sicht vor allem in der Nacht über die Stadt und erst hier sieht man, wie groß Vegas eigentlich ist.

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Midsize bezahlt - Fullsize bekommen
Eigentlich hatten wir für eine Express-Abwicklung bei der Mietwagen Übergabe bezahlt, doch leider wartete dieser Mietwagen in Los Angeles und nicht in Las Vegas auf uns. Den Leuten von ALAMO war da ein Fehler unterlaufen, aber es ging dann doch alles recht fix zu ändern, so das wir unser Fahrzeug in einer riesigen Halle mit ständig ankommenden und abfahrenden Mietwagen in empfang nehmen konnten. Die Mietwagen standen alle mit Schlüssel in der Tür steckend abfahrbereit da und man musste nur noch einen Wagen auswählen und losfahren. Wir schnappten uns schnell den schnittigsten Wagen und bemerkten beim herausfahren die "Changing Oil Soon"-Anzeige. Da dies der letzte Wagen in unser bezahlten Midsize Klasse war, wurde uns nach einigem Hin- und Her ein Fullsize Mietwagen angeboten, ein Pontiac Grand Prix.

Nebenbei hat sich Silvio in eine schwarze Schönheit, die dort bei ALAMO arbeitete, verguckt und fragte sie gleich, mit welchem Auto wir denn bei Frauen wie ihr die besten Chancen hätten.
Abflug und Ankunft
Pünktlich um 12:25 hob unser Flugzeug schließlich zum ca. 9000km weiten Flug nach Las Vegas ab. Die Spannung dabei war sehr hoch, ich war schließlich zum Einen noch nie eine solch weite Strecke geflogen und zum Anderen wollte ich jetzt endlich einmal dieses Land hautnah erleben.

Der Non-Stop Flug stellte sich dann als sehr sehr lang heraus. 11h Flugzeit sind kein Pappenstiel. Im nachhinein bin ich mir nicht mehr ganz sicher, ob nicht tatsächlich ein Zwischenstop vielleicht sogar mit einem Tag Aufenthalt, die stressfreiere Variante ist. Es wurden zwar drei Spielfilme gezeigt und zwei Mahlzeiten serviert, schlafen konnte man aber z.B. nicht so recht, obwohl wir die Nacht zuvor durchgemacht hatten. Ein wenig Zeit ist schließlich noch für das Ausfüllen der Einreisepapiere draufgegangen.

Als der Flug sich dann dem Ende näherte und man Las Vegas bereits aus der Luft sehen konnte, war es ähnlich wie bei der Bescherung zu Weihnachten (natürlich als ich noch kleiner war), wo man es nicht erwarten kann endlich die Geschenke zu sehen. Las Vegas sah so mitten in der Wüste sehr beeindruckend aus.

Die Einreise/Zollkontrolle ging dann unerwartet schnell von statten, lediglich Standardfragen über den Grund der Einreise und schließlich ein Foto und die Fingerabdrücke der beiden Zeigefinger wurden gemacht. Und dann war es soweit, wir verließen das Terminal und uns knallte die Wüstensonne ins Gesicht, geil! Als sich das Augenlicht an die Sonne gewöhnt hatte, sah ich plötzlich Palmen und riesige "Ami Karren", geil. Da bleibt mir nur noch ein Zitat von ZZ Top:" Viva Las Vegas".

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Ankunft am FRA
Am Check-In Schalter angekommen legten wir die Buchungsbetätigung für die E-Tickets vor, was alles soweit klappte. Dann wollte die junge Dame die Adresse unserer ersten Übernachtung wissen, die aber leider nicht auf der Bestätigung der Buchung des LUXOR stand. Wir hatten also ein Problem, aber mir viel dann gleich ein, dass ich auf meinem MacBook die Adresse gespeichert hatte, also holte ich es am Check-In Schalter heraus (peinlich), startete es, doch leider konnte die junge Dame die Adresse in Schriftgröße 11 nicht lesen - naaaa gut, die konnte man ja vergrößern und so war der Check-In komplett.

Nachdem wir dann noch Frühstück gegessen hatten und zweimal gefilzt wurden, mussten wir noch beim Boarding etwas warten und konnten schließlich unsere Plätze in der Boing 767 einnehmen.

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Auto parken und rennen!
Da Silvio in Darmstadt, ca. 30min vom Frankfurter Flughafen, wohnt, parkten wir sein Auto dort und nahmen den Bus. Bei ihm angekommen mussten wir uns nach der durchgemachten Nacht natürlich kurz frisch machen, was unseren Zeitplan etwas durcheinander brachte und wir schließlich zum Bus rennen mussten. Hinzu kam, dass wir von zwei Stunden Check-In vor dem Abflug ausgegangen waren, es dann aber drei waren. Kurzum, wir haben den Bus rechtzeitig bekommen und waren nun auf dem Weg zum Flughafen. Nun setzte, bei mir zumindest, ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend ein. Mein letzter Flug war noch zu DDR Zeiten, das sagt wohl alles.
Die erste Etappe
Auf dem Weg zum Flieger nach Frankfurt/M machten wir noch einmal in Jena bei Marcel und Susi (und Daniel) halt, so kam uns die Strecke nicht allzu lang vor. Nachdem wir gegrillt hatten und gesättigt waren, plauderten wir über unseren Trip und über Gott und die Welt und das so vertieft, dass leider keine Zeit mehr zum Schlafen war und wir uns in Jena verabschiedeten. Wir fuhren also sehr pünktlich um 5:30 Uhr Richtung Frankfurt/M los.

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